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Der Fidele Bauer

Der Fidele Bauer

Operette in 3 Akten von Leo Fall

Regie: Leo Ploner
Musik: Slavko Avsenik
Musikalische Leitung: Wolfi Winkler
Choreografie: Fabian Mutschlechner

Zum Stück

Der "Fidele Bauer" ist eine der ganz wenigen Operetten, welche im bäuerlichen Milieu spielen; allerdings ist die Handlung um den Zipfelbauer Mathias Scheitelreiter sehr gut aufgebaut. Elemente der Bauernkomödie und des Volksstückes werden geschickt vermischt und haben beim Publikum seit jeher eine Wechselbad der Gefühle ausgelöst. Dazu trägt in erster Linie die wunderbare Musik von Leo Fall bei, welcher hier volkstümliche Klänge mit der klassischen Operettenmusik verknüpft - ähnlich wie dies schon vorher Carl Zeller in seiner Operette "Der Vogelhändler" getan hat. Auch wenn Leo Fall seit jeher etwas im Schatten seiner großen Zeitgenossen Franz Lehár und Emmerich Kálmán stand, erfreuen sich einige seiner Operetten immer noch großer Beliebtheit; darunter "Madame Pompadour" und "Die Dollarprinzessin". Sein Meisterwerk ist jedoch "Der Fidele Bauer"; viele der volkstümlichen Melodien aus dieser Operette sind schnell zu Schlagern geworden, darunter "Oh frag mich nicht", "I trag a Zipfelhaubm", oder der Marsch "Wir waren unser drei"; und natürlich vor allem "Heinerle, Heinerle, hab kein Geld...", das sicherlich bekannteste Lied des Stückes.

Die Handlung

1. Akt
Der verwitwete Bauer Mathias Scheitelreiter hat seiner Frau versprochen, dass er den einzigen Sohn Stefan nach Wien schickt, damit er Theologie studiert und Pfarrer wird. Auch wenn der arme Mathias sich jeden Groschen vom Mund abspart, ist das Studium kaum zu finanzieren. Er leistet sich nicht einmal einen Hut, sondern nur eine Zipfelmütze, daher auch sein Spitzname Zipfelhubenbauer. Zum Glück hilft Stefans Taufpate, der reiche Lindoberer, immer wieder aus. Schließlich nimmt Stefan, bereits von Heimweh geplagt, von der ganzen Dorfgemeinschaft Abschied…

2. Akt
In Wien lernt Stefan Friederike, die Tochter eines Berliner Professors kennen, was bei ihm einen Sinneswandel auslöst. Er bricht das Theologiestudium heimlich ab, studiert stattdessen Medizin und wird Arzt. Aus Scham verschweigt er seinen Leuten die Verlobung mit Friederike; für die nun anstehende Hochzeit möchte er jedoch den Segen des Vaters. Aus diesem Grund kehrt er nach vielen Jahren in sein Heimatdorf zurück, wo gerade Kirchtag gefeiert wird. Vater Mathias, Schwester Annamirl und die ganze Dorfgemeinschaft sind stolz auf den erfolgreichen Stefan. Alle feiern mit ihm und wollen auf die bevorstehende Hochzeit anstoßen. Als Stefan allerdings zu verstehen gibt, dass seine Familie und die Bauersleute bei der Hochzeit unerwünscht sind, weil sie der feinen Gesellschaft nicht zumutbar sind, versinkt der enttäuschte Vater Mathias in tiefer Traurigkeit…

3. Akt
Lindoberer und einige Bauern wollen Mathias aus seiner Melancholie holen; sie machen ihm und Annamirl vor, dass Stefan sie nach Wien eingeladen habe, um bei der Feier zu seiner Ernennung als Professor teilzunehmen. Somit kommt es im Wiener Palais von Stefan zu einer komischen Situation. Die bewusst derb auftretenden Bauern treffen auf eine hochnäsige Gesellschaft und wirbeln diese kräftig auf. Vor allem Stefans Schwiegermama und Schwiegerpapa sind fassungslos. Nur durch Friederikes Vernunft kann die sich anbahnende Katastrophe verhindert werden…